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AVL
buechner
reception
Author

st. schwarz

Published

February 9, 2026

my very own woyzeck

mich verbindet mit georg büchner eine schon etwas längere geschichte, da meine zeit, wo er mir das erste mal übern weg lief, eben eine weile zurückliegt. ich weisz nicht, wieviel der (hier leser* einsetzen) da schon auf der welt waren, ich stand so 1995 kurz vor dem abi, das ich dann gehörig auch zweimal vergeigt hatte, so dasz das erst 98 mit der schule wirklich geschafft war für mich. soviel zur historie…

der woyzeck wurde also - so wie von wahrscheinlich allen (oberschüler*) - damals auch von uns behandelt. mag sein, dasz mich das in einer kritischen zeit traf, aber ich war jdfs. sehr angetan1. genauer: die psychologischen aspekte hier trafen den nerv meiner sowieso-zeit. diese verrücktheit von woyzeck, der “kinski” der darin steckte, war genau das, was ich zu der zeit brauchte als bestätigung meiner eigenen revolutionär-adulten gefühle, wenn ich mit (welt) umging. grade, weil ich ein ordentlicher looser, schwänzer, kiffer… jdfs. kein vorzeigeschüler war. deshalb, vielleicht nur deshalb, war der deutschunterricht damals immens wichtig für mich, wo ich, nachdem selbst angefangen hatte, zu schreiben, sartre für mich entdeckt hatte, fontane, henry miller… überhaupt (lesen) eine neue wichtigkeit bekommen hatte durch eben eine grundkritische haltung der welt gegenüber, die (interpretation) da irgendwann einsetzte und mit rauchen-trinken-kiffen-weggehn die vorige ära aus basketball-computer-spielen ablöste aber eben auch plötzlich sowas wie :gedanken: einschlosz.2 […deutschunterricht:] gut…, büchner jdfs. war teil dieses deutschunterrichts und ein wirklicher erfolg für mich als initiante - weil ich den woyzeck eben gerne und auch (tief) gelesen hatte - eine krasse klausur, wo ich das erste (und letzte) mal in meinem leben 15 punkte, also eine 1+ kriegte für die analyse der mondparabel. wenn ich besser organisiert wäre, würde ich die in meinem kram hier bestimmt auch irgendwo finden, aber das ne andere geschichte. büchner hatte mir also mal glück gebracht und von da an gings (naja intrinsische motivation eben…) auszer in physik auch ganz gut weiter, nur der mint LK hat mir aber noch zweimal einen extralauf beschert.

die erbsengeschichte, der kinski, die hexenringe… sind teil meines büchnerbildes geblieben, das, so unakademisch das anmutet, immernoch nachwirkt. was wir in diesem seminar hier erfahren haben, bringt das nur wenig durcheinander bzw. bereichert es mit dem nötigen realismus, den man dazulernt, um die stets propagierte trennung von figuren/werk und autor akademisch leisten zu können. TROTZdem - und weil ich das beim lesen sowieso grundsätzlich ungern (leiste) - ist büchner für mich immernoch primär woyzeck, das wird sich bestimmt auch nicht ändern. es ist biszchen so, als wenn die anderen werke, die wir hier lasen und analysierten, eher die facetten des woyzeck für mich erweitern, als den autor büchner. also dasz ich anders auf den soldaten woyzeck blicke mit den gelernten hintergründen, als mir noch auszudenken, dasz vielleicht büchner selbst auch facettenreicher wäre als sein woyzeck…

also ich wünsche zukünftigen abiturienten jdfs. weiterhin ihre eigenen erfolge mit dem woyzeck und hoffe, er wird nie aus dem curriculum verschwinden.3 allein, damit sich in der uni alle wiedertreffen und ihre gemeinsam-eigenen büchner-images vergleichen können.

rund? ja, rund.

jeder mensch ist ein abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht…

snc

könnte sonst ewig so weitermachen…, kleine zugabe noch, der prägende büchner-angebrachte “soundtrack” der wilson inszenierung von leonce/lena am BE… / ist natürlich im pdf nicht zu sehen, deshalb little link to parent frame in footnotes4.

Footnotes

  1. das als erstes attribut is biszchen schwach, ich weisz, wird vielleicht später ersetzt…↩︎

  2. bis dahin hatten wir die mädchen :mit den gedanken: auch :psychos: genannt, weil sie eben (psychogespräche) führten. im grunde aber waren sie uns einfach weit voraus…↩︎

  3. ich wünsche mir auch, obwohl das eintreten der befürchtung im moment noch nicht ganz wahrscheinlich ist: Dasz buechner nicht irgendwann seine “linksgrünen” texte zum verhängnis werden und dieser (quere) woyzeck aufgrund veränderter politischer verhältnisse zur figura-non-grata erklärt.↩︎

  4. this paper online: https://esteeschwarz.github.io/DC-LX/essais/buechner-a/buechner-imago.html↩︎